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Jun

Bauliche und künstlerische Ecken und Kanten am Dorfplatz 2

Die noch bis im April 2019 dauernden Renovationsarbeiten beim Regierungsgebäude am Dorfplatz 2 sind auf Kurs. Als Bauherrin investiert die Nidwaldner Kantonalbank (NKB) auch in die Kunst am Bau. Die bereits sichtbare, am Aussengerüst gestaltete Intervention stammt vom Luzerner Bildhauer Roland Heini.

Die Sanierung eines historischen Gebäudes bedarf besonderer Aufmerksamkeit. So auch beim Regierungsgebäude am Dorfplatz 2. «Der bauliche Eingriff in die bestehende Tragstruktur muss vorsichtig und mit ständiger Begleitung des Bauingenieurs erfolgen. Fast jedes Bauteil muss vor Ort vor dem Eingriff statisch abgeklärt und vom Bauingenieur freigegeben werden» erklärt Patrik Rohrer, Bauleiter und Architekt der Firma Architektur und Baumanagement AG. Gleichzeitig ergänzt er, dass «die laufenden Abbruch- und Baumeisterarbeiten sehr gut laufen».

Aufgrund der Sanierung ist das Regierungsgebäude derzeit in eine weisse Hülle gewickelt. Für die Gestaltung der bereits sichtbaren Aussen- und der noch folgenden Innen-Intervention am ehemaligen Hauptsitz der NKB hat sich das Projektgremium für den Luzerner Bildhauer Roland Heini entschieden. «Ziel meiner Kunstintervention am Aussengerüst ist es, während der Umbauphase den solitären Charakter des Gebäudes aufzubrechen. Daher werden nicht die Flächen, sondern die Ecken und ihre Umräume bespielt», führt Heini seine Idee aus.

An jedem der vier Ecken der Hülle ist ein Ornament versehen, das sich an der Ästhetik von Holz- und Scherenschnitten orientiert. Formen der Kommunikation oder das Zusammenleben von Menschen sind das übergeordnete Thema der Ornamente.

Gelungenes Zusammenspiel zwischen Aussen- und Innen-Intervention
Das Projekt von Roland Heini überzeugte sowohl inhaltlich wie auch gestalterisch durch die Wahl der Motive. Stefan Zollinger, Vorsteher des Amts für Kultur des Kantons Nidwalden und Leiter des Nidwaldner Museums, nennt weitere Argumente für den Entscheid: «Die beiden Projektteile während dem Bau am Gerüst und nach der Sanierung im Innenraum spielen sehr gut zusammen. Zudem fügt sich die Wahl der Materialisierung des Reliefs für den Innenbereich ausserordentlich gut in die bestehende, historische Raumausstattung des Hauses ein.».

Kunst im Blickfeld der Öffentlichkeit
Bei Bauvorhaben ab einem gewissen Investitionsvolumen verpflichtet sich die Bauherrin, einen Anteil der Kosten für die Kunst am Bau aufzuwenden. Diese steht im besonderen Blickfeld der Öffentlichkeit und soll den lebendigen Austausch zwischen Mensch und Raum fördern. «Als Bauherrin und verantwortungsbewusste Unternehmung erachten wir es als unsere Aufgabe, die Kunst am Bau grosszügig zu fördern und der Bevölkerung damit einen öffentlichen Zugang zur Kunst zu bieten», meint Andreas Mattle, Leiter Logistik und Services und Mitglied der Geschäftsleitung der NKB. Die Sanierung am Dorfplatz 2 dauert bis im April 2019.